Museums- und Ausstellungskonzept

Mit der Eröffnung des sanierten Jagdschlosses in Graupa wollen die Richard-Wagner-Stätten ein neues Kapitel der Wagner-Rezeption in Sachsen aufschlagen. Im Richard Wagner Museum im Jagdschloss wird entsprechend des Konzepts von Kurator Michael Hurshell museumsübergreifend ein interaktives Zusammenspiel von Themenräumen, Veranstaltungssaal, thematischen Sonderausstellungen, museumspädagogischen Programmen, Lese- und Hörräumen angestrebt. Ein einzigartiger Rahmen für eine umfassende Präsentation des Phänomens Richard Wagner und seines Werkes an historischer Stelle.

Mit Hilfe moderner Präsentationstechniken sollen historisch belegte Gedankenkomplexe zu Wagners Werk erlebbar gemacht werden und durch Ihre unmittelbaren emotionalen Wirkungen, aufgeschlüsselt durch den vom Besucher gewählten ‚Emotions-Chip‘, eine hohe Anziehungskraft gewährleisten. Die Botschaft „Keine Angst vor Wagner! Oper ist ein Erlebnis!“ soll im Jagdschloss durch ein repräsentatives Gesamterlebnis für alle Sinne vermittelt werden. Dies geschieht auch, indem jeder Ausstellungsraum eine ganz spezifische (auch farbliche) Gestaltung erfährt, jedes Thema sich in einer einzigartigen ihm gemäßen Erlebniswelt erschließt.

Raum 1: Wagner in Sachsen

Museumsraum im Jagdschloss

Hier werden als „sächsische“ Lebensabschnitte Wagners Kindheit, Schulzeit und Ausbildung in Leipzig und Dresden dokumentiert, seine Zeit an der Dresdner Hofoper beleuchtet und sowohl der Königliche Hofkapellmeister als auch der Revolutionär behandelt. Die Aufführungen seiner Werke und wechselhaften Reaktionen des Dresdner Publikums (Rienzi, Holländer, Tannhäuser)  sind ebenso wichtige Elemente dieses Themenkreises wie der Fakt, dass Wagner in Sachsen den Grundstein für das Konzept seines Gesamtkunstwerkes legte. Weitere Themen sind Wagners Freunde aus bzw. in Sachsen (Laube, Nietzsche, Röckel, Semper), wobei hier die Korrespondenz eine zentrale Rolle spielt.

Raum 2: Dichtung

Museumsraum im Jagdschloss

Es beginnt der kreative Prozess des Komponierens. Wagners Suche nach Textformen, die seinen Vorstellungen vom „Drama“ entsprechen, bildet ein spannendes Kapitel in seiner Entwicklung. Zwei grundsätzliche Ausdrucksweisen werden hier verglichen: gereimte Verse (z.B. Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Meistersinger) gegenüber dem Stabreim in den vier Teilen des Rings. Die Quellen von Wagners Operntexten (Mythologie, Märchen und Sagen) werden aufgezeigt und vor allem die Bearbeitung der Inhalte nach Wagners eigenem Bedarf erläutert. Textbuchauszüge – spannend visualisiert – sollen die Entwicklung der Wagnerschen Texte beleuchten.

Raum 3: Komposition

Museumsraum im Jagdschloss

In diesem Raum können Briefauszüge zur Entwicklung der Partituren herangezogen werden, um Wagners kompositorischen Ansatz zu veranschaulichen. Das Thema „Berlioz-Liszt-Wagner – gegenseitige Einflüsse“ erweist sich als ebenso spannend wie die Betrachtung der Einflüsse von Mozart und Bellini, Weber, Marschner und Mendelssohn auf Wagner. Multimediaportale zu Aspekten der Kompositionstechnik führen den Besucher in die Geheimnisse von Wagners kreativen Methoden ein: Leitmotivtechnik, Vielfarbigkeit des Wagnerorchesters, Orchestervor- und Zwischenspiele als Handlungsträger und Gefühlswegweiser, Wagners Chromatik usw.  So war beispielsweise Wagners Leitmotivtechnik Vorbild für viele Komponisten, die im Hollywood der 1930er – bis 1950er Jahre das Genre Filmmusik maßgeblich prägten.

Raum 4: Theater und Bühne

Holografie-Theater

Nicht nur der Orchestergraben ist von Wagner neu definiert worden, auch seine Vorstellung von der Anordnung – insbesondere der optischen – bei Aufführungen von Bühnenwerken hatte nachhaltigen Einfluss auf die nächsten einhundert Jahre Bühnenpraxis. Auch die Kunst des effektvollen Szenenwechsels spielt dabei eine Rolle, was direkt in den Aufbau der eigenen Kompositionen mündete. Wie erzeugt man die „Illusion“ des Bühnenwerks? Bühnentechnik war ein integrales Element von Wagners Werken; Figuren mussten nicht nur auf der Bühne stehen, sondern fliegen, schwimmen, unsichtbar werden, sich vor den Augen des Publikums verwandeln … Bühnenbilder hatten sich „wie durch Magie“ zu verändern. Die Ausdehnung des Orchesters bei Wagner wirft fundamentale Theaterfragen auf: Balance zwischen Orchester und Sängern, räumliche Grenzen bei der Platzierung von Darstellern usw. Wie löste Wagner diese Fragen und wie werden sie heute gelöst? Was waren Wagners Regievorstellungen? Wagners Opernwerke bieten die Möglichkeit, anhand von Bühnenbildkonzeptionen den Wandel der Bühnentechnik exemplarisch zu demonstrieren.

Raum 5: Orchestergraben

Museumsraum im Jagdschloss

Hier steht der Besucher selbst im Orchestergraben – mit Blick auf die Theaterbühne bzw. den Zuschauerraum. Der Komponist sammelte in seiner Dresdner Zeit Erfahrungen insbesondere als Dirigent, die er später bei der Konzeption des Bayreuther Festspielhauses einsetzen konnte. Der Besucher wählt zwischen verschiedenen Visualisierungsmodi, die das Geschehen im Graben plastisch darstellen. Die virtuelle Partitur erläutert die Motive.

Frauen, Freunde, Gönner, Weggefährten, Zöglinge und Kritiker Wagners füllen demgegenüber den Zuschauerraum – und laden den Besucher zum Platz- und damit Einnehmen der jeweiligen Perspektive sowie zum virtuellen Gespräch ein.

Raum 6: Wagner-Rezeption

Museumsraum im Jagdschloss

Originaldokumente, Fotografien, Audio- bzw. Videostationen ermöglichen es in diesem Raum, Wagner-Rezeption zu erleben und Stimmen zu Wagner zu lauschen … insbesondere die Aufführungspraxis und Wagnerpflege in Sachsen bis heute (beginnend mit der Ära Schuch) steht im Mittelpunkt. Auszüge aus Kritiken veranschaulichen die Sicht auf Wagners Schaffen im Wandel der Zeit. Ein Themenkomplex wird auch die Beziehungen der Familie Wagner zu den Nationalsozialisten und vor allem die Instrumentalisierung von Wagners Musik beleuchten.

Kontakt

Postanschrift

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH
Richard-Wagner-Stätten Graupa
Richard-Wagner-Straße 6
01796 Pirna OT Graupa

Telefon: 03501 461 965-0
E-Mail: wagnerstaetten@pirna.de

Öffnungszeiten

Karfreitag bis 31. Oktober
Di – Fr: 11 –17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 18 Uhr

1. November bis Gründonnerstag
Di – Fr: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 17 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung.

Eintrittspreise Museum

Erwachsene: 7,00 €
Ermäßigte: 4,00 €

Bitte erwerben Sie Tickets im Jagdschloss.

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