Aus Graupa geschrieben

Dass sich Richard Wagner während seines knapp dreimonatigen Sommerurlaubs in Graupa nicht ausschließlich seiner Erholung gewidmet hat, ist hinlänglich bekannt. Immerhin entstand hier in einer Art Schaffensrausch der Kompositionsentwurf zu seiner Oper „Lohengrin“. Über seine Korrespondenz von hier ist allerdings wenig berichtet worden. Anhand des Wagner-Briefe-Verzeichnisses lassen sich heute immerhin noch elf Briefe nachweisen, die er aus Graupa an Freunde, Bekannte und andere ihm wichtige Personen geschrieben hat.

Das Briefe-Verzeichnis listet insgesamt 8995 (!) Briefe Wagners auf, zum größten Teil mit genauer Bezeichnung der Briefempfänger und des Schreibdatums. Das sind wahrscheinlich noch längst nicht alle Wagner-Briefe, denn immer noch gibt es Zufallsfunde, die diese Zahl weiter ansteigen lässt.

Hoch interessant sind die Angaben darüber, wo sich Wagners Briefe heute befinden. Viele sind in privater Hand. Von anderen weiß man, dass sie einstmals bei Christie’s, Sotheby’s oder einem anderen Auktionshaus verkauft wurden. Ein Teil der Briefe liegt in Museen, Bibliotheken und Archiven und ist damit mehr oder weniger zugänglich. Die Briefinhalte – manche bestehen nur aus wenigen Zeilen, andere aus zehn und mehr Seiten – können in der mehrbändigen Reihe „Richard Wagner. Sämtliche Briefe“ nachgelesen werden. Allerdings reicht die Erfassung derzeit „nur“ bis zum Jahr 1872. Das bedeutet, dass noch mindestens zehn Bände erscheinen werden – eine Mammutarbeit für die Autoren.  Lohengrinhaus

Der größte Reiz liegt aber darin, einen echten Wagnerbrief in den Händen halten zu können. Keiner der in Graupa geschriebenen Briefe befindet sich heute auch in Graupa, was nicht heißt, dass die Wagner-Stätten ohne originale Schreiben des Komponisten sind.

Von den handschriftlich geschriebenen Graupaer Briefen ist der Wortlaut von zehn überliefert. Die Inhalte sind weit gefächert und reichen von Berichten über die „reizendste Gegend von der sächsischen Schweiz“ bis zu Auslassungen über die Umsetzung der Lohengrinsage in der gleichnamigen Oper. Bei einem Brief, der sich in privater Hand befindet, ist nur der Adressat und das Schreibdatum bekannt. Von fünf weiteren Schreiben kennt man zwar den Inhalt, weiß aber nicht, wo sie sich befinden. Immerhin gibt es Verweise darauf, in welchem Auktionshaus sie letztmalig angeboten wurden. Lediglich drei der Graupaer Briefe sind in Dresden, Zürich und Bayreuth „erreichbar“. Für die Einsichtnahme zweier im Original erhaltener Briefe müsste man jedoch bis Los Angeles bzw. New York reisen.

Die stille Zeit, die uns durch die coronabedingte Museumsschließung verordnet wurde, haben wir genutzt, die Briefe für ein Besucherangebot aufzuarbeiten. Dazu wurden die in der Ausgabe der „Sämtlichen Briefe“ vorhandenen Exemplare abgeschrieben, Faksimiles der vorhandenen Originalbriefe gedruckt und mit Transkriptionen der für viele heute nicht mehr lesbaren Handschrift Wagners ergänzt, so dass ein unmittelbarer Vergleich von den Originalschreiben mir der Übertragung in lesbarer Form möglich ist.

Dieses Material wird da einsehbar sein, wo Wagner vor mehr als 175 Jahren diese Briefe schrieb: im Lohengrinhaus in Graupa.

Kontakt

Postanschrift

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH
Richard-Wagner-Stätten Graupa
Tschaikowskiplatz 7
01796 Pirna OT Graupa

Telefon: 03501 461 965-0
E-Mail: wagnerstaetten@pirna.de

Öffnungszeiten Jagdschloss Graupa

Do/Fr/Mo: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 17 Uhr

Öffnungszeiten Lohengrinhaus

Do/Fr/Mo: 12 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 11 – 17 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung.

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