"Wagners Schwanengesänge": Zwei Uraufführungen in Graupa

Richard Wagners „Lohengrin“ gibt es noch immer manches Geheimnis zu entdecken. Zwei von Richard Wagner verworfene, musikalisch aber höchst attraktive Abschnitte werden am 13. März in Graupa erstmals im Rahmen eines Konzerts aufgeführt, in einer eigens von Dr. Wolfgang Mende erstellten Klavierbearbeitung.

Kruzianer Valentin vom Dresdner Kreuzchor

Kruzianer Valentin vom Dresdner Kreuzchor (Foto: Mende)

Und wie soll es am Ort einer Schwanen-Sonderausstellung anders sein – in beiden Passagen geht es um den Schwan. Man kann sogar mit Fug und Recht sagen, dass erst in diesen ausgesonderten Schmuckstücken das Wesens des Rätseltiers tiefer ausgeleuchtet wird..

Die erste dieser Raritäten ist der kurz vor der Weimarer Uraufführung 1850 gestrichene zweite Teil der Gralserzählung. Auf den orchestralen Wogen einer Kette von Leitmotiven schildert Lohengrin darin die Meerfahrt des Schwans mit dem Nachen – eine musikalische Perle, die der dramatischen Ökonomie weichen musste. Interpretiert wird sie, zusammen mit weiteren Lohengrin-Ausschnitten, von dem Chemnitzer Tenor Konrad Furian. Die Begleitung übernimmt der von Christian Thielemann geförderte Dirigent Tim Fluch.

Noch unbekannter, und bisher noch niemals eingespielt, ist ein Kleinod aus der ursprünglich geplanten Finalszene des Werks. In der in Graupa entstandenen Kompositionsskizze hatte Wagner ein kleines Lied des Schwans notiert, das dieser vor seiner Rückverwandlung singen sollte. Zwar ist das entsprechende Skizzenblatt seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Doch hat sich die Melodie glücklicherweise über einen Stammbucheintrag für die Leipziger Wagner-Enthusiastin Lidy Steche erhalten. Der 12-jährige Kruzianer Valentin hat Wagners „Schwanengesang“ im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Kreuzchor eigens für die Richard-Wagner-Stätten einstudiert und präsentiert ihn nun erstmals öffentlich.

Über die Lohengrin-Ausschnitte hinaus interpretiert Tim Fluch noch das Klavierstück Ankunft bei den schwarzen Schwänen. Wagner begründete damit eine Schwarzschwanenmystik, die über Ludwig II. bis zu Siegfried Wagners Oper Schwarzschwanenreich reichen sollte. Umrahmt werden die musikalischen Beiträge von einer Multimedia-Präsentation von Wolfgang Mende. Er wird die Verbindung der aufgeführten Musik zum „Mythos Schwan“ im 19. Jahrhundert aufzeigen und Parallelstellen in anderen Werken Richard Wagners und seines Sohns Siegfried vorstellen.

Die Veranstaltung findet am 13. März 2022 um 15 Uhr im Konzertsaal des Jagdschlosses Graupa statt. Der Eintritt schließt die Besichtigung der Sonderausstellung „Mythos Schwan“ ein. Eintrittskarten sind im Vorverkauf zum Preis von 14 €, ermäßigt 10 €, beim TouristService Pirna (03501 / 556 446), in den Richard-WagnerSätten Graupa (03501 / 461 965 0), online unter www.wagnerstaetten.de oder bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich.

(Wolfgang Mende)

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