Birgit Nilsson zum 100. Geburtstag

Birgit NilssonBirgit Nilsson (1918-2005) war eine der größten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts. Ein dramatischer Sopran, der durch die Brillanz des Gesangs einen ungeheuren Eindruck auf der Bühne hinterließ. Vier Jahrzehnte hat sie auf der Bühne gestanden und noch mit über 60 Jahren die schwersten dramatischen Partien von Richard Wagner und Richard Strauss bewältigt. Ihre Auftritte an der Met oder bei den Bayreuther Festspielen wurden hymnisch gefeiert. Kritiker haben sie als die einzige Brünnhilde seit Kirsten Flagstad bezeichnet, als unvergleichliche Isolde, als ideale Turandot.

In diesem Jahr feiert Birgit Nilsson ihren 100. Geburtstag. Sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, auf der südschwedischen Bjäre-Halbinsel am Kattegat. Schon als Kind hat Birgit 6, 7, 8 Stunden am Tag gesungen. Sie lernte rasch, verblüffte durch ihr absolutes Gehör, begann mit fünfzehn Jahren in Kirchen zu singen, erhielt den ersten Unterricht und gewann ein Stipendium für die Stockholmer Akademie. Ab den 1950er Jahren startete ihre internationale Karriere. 1951 debütierte sie in Glyndebourne, 1953 in Wien, 1954 in Bayreuth, 1955 in München. Der Mangel an dramatischen Sopranen führte dazu, dass sie vor allem die Wagner- und Strauss-Partien angeboten bekam. Es war Wieland Wagner, der sie „zu einer Wagnerianerin gemacht hat“. Seine Bayreuth-Produktion des Tristan habe sie entscheidend voran gebracht. „Er bediente sich all meiner Empfindung, meiner natürlichen Bewegungen, so dass es meine Isolde wurde. Das war wunderbar, weil schöner als bei einem Regisseur, der immer schon mit dem perfekten Konzept ankommt.“

Wenn man "die Nilsson" für einen Auftritt buchen wollte, musste man zwei, drei Jahre vorher planen. Sie versuchte, ihr Programm vernünftig und moderat zu halten. Doch oft kam in der letzten Minute etwas dazwischen: eine Aufnahme oder ein Charity Konzert. Zwei Monate im Jahr war sie in der Luft, auf dem Weg zu den Bühnen der Welt. Von Sydney nach New York, von Kapstadt nach Moskau. Sie arbeitete mit allen großen Sängern und Dirigenten ihrer Zeit, sang Wagner und Strauss, Verdi und Puccini. Opernrollen, die heute zum Nilsson-Repertoire zählen sind: Isolde, Brünnhilde, Salome, Elektra, Sieglinde und Turandot. Die Frauen-Portraits wurden ihr Leben und Erfolg. „Wagner hat mich berühmt gemacht. Puccini machte mich reich“, notierte sie einmal. Ein ausgedehnter Abschied war nicht ihr Stil. Elektra wurde ihre letzte Rolle auf der Opernbühne - am 16. Juni 1982 in Frankfurt, ohne dass jemand im Vorfeld davon wusste.

Ein Leben für ein Museum

Es war Birgit Nilssons Wunsch, ihr Elternhaus im südschwedischen Båstad in ein Museum zu verwandeln und die Erinnerung an ihre Kindheit und märchenhafte Karriere zu bewahren. Ein Besuch der Dauerausstellung in einem Flügel des ehemaligen Dreiseithofes ist lohnenswert. Besucher bekommen einen Einblick in den Werdegang und die erstaunliche Opernkarriere von Birgit Nilsson. Durch Schaufenster blickt man in ihr Kinderzimmer oder die Studentenstube mit liebevoll platzierten Requisiten. Die Kostüme ihrer Paraderollen hängen im Zentrum der Ausstellung, in den Wandvitrinen erzählen Exponate von Auftritten und Weggefährten. Ein Raum widmet sich der privaten Seite der Sängerin an der Seite ihrer großen Liebe Bertil Niklasson.

Die diesjährige Jubiläumsausstellung ist dem Thema „In Birgit Nillsons Fußstapfen“ gewidmet, mit Musik und Film.

Eine Führung durch Birgits Elternhaus kann man im Voraus bestellen. Im ehemaligen Stall gibt es ein Café mit Gebäck nach Rezepten der Sängerin.

Eintritt in die Ausstellungen: 10,00 € inkl. deutschem Audioguide.
Führung in Birgits Elternhaus: 6,00 €, Eintritt für Kinder unter 16 Jahren: frei.

Zur Website des Birgit Nilsson-Museum

Kontakt

Postanschrift

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH
Richard-Wagner-Stätten Graupa
Tschaikowskiplatz 7
01796 Pirna OT Graupa

Telefon: 03501 461 965-0
E-Mail: wagnerstaetten@pirna.de

Öffnungszeiten

Karfreitag bis 31. Oktober
Di – Fr: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 18 Uhr

1. November bis Gründonnerstag
Di – Fr: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 17 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung.

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