Dauerausstellung im Jagdschloss Graupa

Raum 1: Wagner in Sachsen

Modell Semperoper

Hier werden als „sächsische“ Lebensabschnitte Wagners Kindheit, Schulzeit und Ausbildung in Leipzig und Dresden dokumentiert, seine Zeit an der Dresdner Hofoper beleuchtet und sowohl der Königliche Hofkapellmeister als auch der Revolutionär behandelt. Die Aufführungen seiner Werke und wechselhaften Reaktionen des Dresdner Publikums (Rienzi, Holländer, Tannhäuser)  sind ebenso wichtige Elemente dieses Themenkreises wie der Fakt, dass Wagner in Sachsen den Grundstein für das Konzept seines Gesamtkunstwerkes legte. Weitere Themen sind Wagners Freunde aus bzw. in Sachsen (Laube, Nietzsche, Röckel, Semper), wobei hier die Korrespondenz eine zentrale Rolle spielt.

Raum 2: Dichtung

Leseraum

Es beginnt der kreative Prozess des Komponierens. Wagners Suche nach Textformen, die seinen Vorstellungen vom „Drama“ entsprechen, bildet ein spannendes Kapitel in seiner Entwicklung. Zwei grundsätzliche Ausdrucksweisen werden hier verglichen: gereimte Verse (z.B. Holländer, Tannhäuser, Lohengrin, Meistersinger) gegenüber dem Stabreim in den vier Teilen des Rings. Die Quellen von Wagners Operntexten (Mythologie, Märchen und Sagen) werden aufgezeigt und vor allem die Bearbeitung der Inhalte nach Wagners eigenem Bedarf erläutert. Textbuchauszüge – spannend visualisiert – sollen die Entwicklung der Wagnerschen Texte beleuchten.

Raum 3: Komposition

Hörstation

In diesem Raum können Briefauszüge zur Entwicklung der Partituren herangezogen werden, um Wagners kompositorischen Ansatz zu veranschaulichen. Das Thema „Berlioz-Liszt-Wagner – gegenseitige Einflüsse“ erweist sich als ebenso spannend wie die Betrachtung der Einflüsse von Mozart und Bellini, Weber, Marschner und Mendelssohn auf Wagner. Multimediaportale zu Aspekten der Kompositionstechnik führen den Besucher in die Geheimnisse von Wagners kreativen Methoden ein: Leitmotivtechnik, Vielfarbigkeit des Wagnerorchesters, Orchestervor- und Zwischenspiele als Handlungsträger und Gefühlswegweiser, Wagners Chromatik usw.  So war beispielsweise Wagners Leitmotivtechnik Vorbild für viele Komponisten, die im Hollywood der 1930er – bis 1950er Jahre das Genre Filmmusik maßgeblich prägten.

Raum 4: Theater und Bühne

Probierstation

Nicht nur der Orchestergraben ist von Wagner neu definiert worden, auch seine Vorstellung von der Anordnung – insbesondere der optischen – bei Aufführungen von Bühnenwerken hatte nachhaltigen Einfluss auf die nächsten einhundert Jahre Bühnenpraxis. Auch die Kunst des effektvollen Szenenwechsels spielt dabei eine Rolle, was direkt in den Aufbau der eigenen Kompositionen mündete. Wie erzeugt man die „Illusion“ des Bühnenwerks? Bühnentechnik war ein integrales Element von Wagners Werken; Figuren mussten nicht nur auf der Bühne stehen, sondern fliegen, schwimmen, unsichtbar werden, sich vor den Augen des Publikums verwandeln … Bühnenbilder hatten sich „wie durch Magie“ zu verändern. Die Ausdehnung des Orchesters bei Wagner wirft fundamentale Theaterfragen auf: Balance zwischen Orchester und Sängern, räumliche Grenzen bei der Platzierung von Darstellern usw. Wie löste Wagner diese Fragen und wie werden sie heute gelöst? Was waren Wagners Regievorstellungen? Wagners Opernwerke bieten die Möglichkeit, anhand von Bühnenbildkonzeptionen den Wandel der Bühnentechnik exemplarisch zu demonstrieren.

Raum 5: Orchestergraben

Museumsraum im Jagdschloss

Hier steht der Besucher selbst im Orchestergraben – mit Blick auf die Theaterbühne bzw. den Zuschauerraum. Der Komponist sammelte in seiner Dresdner Zeit Erfahrungen insbesondere als Dirigent, die er später bei der Konzeption des Bayreuther Festspielhauses einsetzen konnte. Der Besucher wählt zwischen verschiedenen Visualisierungsmodi, die das Geschehen im Graben plastisch darstellen. Die virtuelle Partitur erläutert die Motive.

Frauen, Freunde, Gönner, Weggefährten, Zöglinge und Kritiker Wagners füllen demgegenüber den Zuschauerraum – und laden den Besucher zum Platz- und damit Einnehmen der jeweiligen Perspektive sowie zum virtuellen Gespräch ein.

Raum 6: Wagner-Rezeption

Memorabilia

Originaldokumente, Fotografien, Audio- bzw. Videostationen ermöglichen es in diesem Raum, Wagner-Rezeption zu erleben und Stimmen zu Wagner zu lauschen … insbesondere die Aufführungspraxis und Wagnerpflege in Sachsen bis heute (beginnend mit der Ära Schuch) steht im Mittelpunkt. Auszüge aus Kritiken veranschaulichen die Sicht auf Wagners Schaffen im Wandel der Zeit. Ein Themenkomplex wird auch die Beziehungen der Familie Wagner zu den Nationalsozialisten und vor allem die Instrumentalisierung von Wagners Musik beleuchten.

Kontakt

Postanschrift

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH
Richard-Wagner-Stätten Graupa
Tschaikowskiplatz 7
01796 Pirna OT Graupa

Telefon: 03501 461 965-0
E-Mail: wagnerstaetten@pirna.de

Öffnungszeiten

Karfreitag bis 31. Oktober
Di – Fr: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 18 Uhr

1. November bis Gründonnerstag
Di – Fr: 11 – 17 Uhr
Sa/So/feiertags: 10 – 17 Uhr

Sonderöffnungszeiten
24. Dezember: 10 - 14 Uhr
25. und 26. Dezember: 13 - 17 Uhr
31. Dezember: 13 - 17 Uhr
1. Januar: 13 - 17 Uhr

oder nach telefonischer Vereinbarung.

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