Pirna erhält äußerst seltenen Brief von Richard Wagners Mutter
Übergabe des raren Schriftstücks am 6. August 2026 aus den Händen von Musikwissenschaftlerin Prof. Eva Rieger.
190 Jahre nach dessen Niederschrift gelangt ein Originalbrief von Richard Wagners Mutter Johanna Rosine Wagner in den Bestand der Richard-Wagner-Stätten Graupa. Einmal mehr übergibt die Musikwissenschaftlerin Prof. Eva Rieger dem Pirnaer Musikermuseum ein besonderes Objekt allergrößter Seltenheit.
Bereits vor mehreren Jahren fand sich in einer Schenkung mit Zeitungsausschnitten vom Ende der 1930er Jahre auch der Abdruck jenes Briefes vom 25. April 1836, den Wagners Mutter an dessen Freund Theodor Apel geschickt hatte. In der Bildunterschrift wurde darauf verwiesen, dass es sich um ein seltenes Ausstellungsstück handele. Dieser Zeitungsabdruck – wenn auch undatiert und ohne Verweis auf die Zeitung, in der er stand – ist äußerst bemerkenswert: Dass sich ein Brief von Johanna Rosine Wagner erhalten hat, darf als Seltenheit angesehen werden. Auch der Hinweis darauf, dass das Schriftstück in einer Ausstellung zu sehen war, ist für seine Geschichte durchaus interessant. „Dass uns dieser Brief nunmehr im Original übergeben wird, ist ein großes Glück“, freut sich Katja Pinzer-Hennig, leitende Kustodin der Richard-Wagner-Stätten Graupa.
Die zweifache Witwe Johanna Rosine Wagner, die inzwischen den Nachnamen ihres zweiten Mannes Ludwig Geyer trug, war offenbar verzweifelt ob der Geldnot ihres Sohnes. Seine Unternehmung in Magdeburg – die Aufführung seiner Oper „Das Liebesverbot“ – brachte nicht die erhofften Einnahmen. Nach der Auflösung der Magdeburger Theatergruppe war Richard Wagner ohne Anstellung. So ersuchte seine Mutter dessen Freund Theodor Apel um einen Geldbetrag, um ihren Sohn zu unterstützen. Den Leihwert in Höhe von 50 Thalern wollte sie in zwei Raten zurückzahlen. Wie Apel auf ihr Ersuchen reagierte, ist nicht bekannt.
Der Brief kann bis Ende September 2026 im Lohengrinhaus besichtigt werden.